Im 20. Jahrhundert erfolgte der Verkauf von Werdringen an einen Bauunternehmer sowie 1937 an die Deutsche Arbeitsfont, 1977 wurde die Stadt Hagen Eigentümerin des Wasserschlosses.

Der heutige Zustand des Wasserschlosses wird von den 1856 unter Graf Friedrich Wilhelm III. von der Recke – Volmarstein abgeschlossenen Umbauarbeiten in neugotischen Stil geprägt. Über den Umfang dieser Arbeiten liegen keine archivischen Quellen vor. Aus dem Spätmittelalter bzw. der frühen Neuzeit stammen mit Sicherheit das so genannte Herrenhaus mit dem spätgotischen Stufengiebel, die Reste des Brauhauses, die Wirtschaftsgebäude (projektierter Ausstellungsort) sowie wahrscheinlich auch Teile der übrigen Gebäude. Schießscharten und weitere Bauteile lassen den fortifikatorischen bzw. militärischen Charakter dieser Gebäude noch erkennen.

Den oben erwähnten Quellen von 1799 ist zu entnehmen, dass die Anlage zumindest im Spätmittelalter schon mit einem Wassergraben und einer Zugbrücke aus Holz, die nach 1800 durch eine steinerne Brücke ersetzt wurde, versehen war. Die Höhe der umlaufenden Ringmauer wurde um 1800 auf rund 1,50 m reduziert, die ursprüngliche Höhe lag offenbar bei über 2 m. Obgleich vielfältige bauliche Veränderungen seit dem 19. Jahrhundert das Aussehen der Anlage verändert haben, ist die Funktion als befestigter Adelssitz erkennbar geblieben. Bauhistorische und archäologische Untersuchungen könnten zukünftig klären, ob es sich im Hochmittelalter um eine Art Turmburg oder um ein befestigtes Turmhaus mit einem umgebenen Graben gehandelt hat. Beide Varianten würde der Definition des im Fall Werdringen überlieferten Castrum lapideum entsprechen.

Das Wasserschloss Werdringen erweist sich als herausragender Geschichtsort, der zudem in die historische Landschaft des Ruhrtals (Kaisberg, Burg, Wetter, Freiherr von Stein – Turm, vorgeschichtliche Fundregion) eingebettet ist. Diese Feststellung erhöht die Attraktivität der Gesamtanlage als Präsentationsort einer musealen Sammlung sowie auch die Aussagekraft ihrer historisch – didaktischen Zielsetzung. Zugleich eröffnet sie vielfältige Möglichkeiten einer überregionalen inhaltlichen und touristischen Erschließung, von der die Stadt Hagen in einem erheblichen Umfang profitiert.

Hagen - Vorhalle im Jahr 2006